Ursprung

Innerhalb des im Jahre 1907 gegründeten Oberländischen Schützenverbandes (OSV) bildete sich eine Matchgruppe. Diese Gruppe der eifrigsten und treffsichersten Schützen des Oberlandes wurde durch ein Vorstandsmitglied des OSV geleitet und trat nur in Erscheinung, wenn es galt, das Berner Oberland an einem Kantonalen oder Eidgenössischen Schützenfest zu vertreten.

 


 

Gründung

Gegründet wurde der Oberländische Matchschützenverband (OMSV) am 22. November 1922 im Gasthof Bären in Thun. 

Anlässlich der 1. Hauptversammlung am 7. Januar 1923 genehmigten die 10 anwesenden Schützen die Statuten und wählten den fünfköpfigen Vorstand. Der Oberländische Matchschützenverband (OMSV) gehörte als selbstständiger Unterverband dem Oberländischen Schützenverband (OSV) an.

 


 

Erste Match - Übungen

Gleich zu Beginn kämpfte der Verband mit unangenehmen Schwierigkeiten. 1923 war das Jahr der Munitionsrationierung. Der Schiessoffizier teilte mit, dass es ihm nicht möglich sei die Bestellung von 4 Kisten (4800 Schuss) neuer Munition gut zu heissen, da der Verband nicht als Schützengesellschaft zu betrachten sei. Ein weiteres Gesuch um Munitionszustellung bei der Militärdirektion wurde abgelehnt, weshalb keine der vorgesehenen Übungen abgehalten werden konnten. Am 21. Oktober 1923 kam es doch noch zur ersten Match-Übung in Wimmis mit 24 Schützen.

In der Folge wurden die Schützen zu einzelnen Übungen eingeladen. Anfänglich wurde vorwiegend auf den Schiessplätzen Wimmis, Adelboden, Frutigen, Spiez, Interlaken und Thun geübt.

Für viele Schützen aus dem Obersimmental und Saanenland, verunmöglichte die weite Anfahrtsstrecke, mit der Eisenbahn, den Weg in den Schiessstand. Daher wurde beschlossen, Übungen gesamthaft wie auch dezentral auf Schiessplätzen durchzuführen. Solche sogenannten "Heimrunden" wurden bis ins Jahr 1964 durchgeführt.

In der Kriegszeit 1940/41 musste infolge Munitionsknappheit die Schiesstätigkeit gänzlich eingestellt werden. 1942-45 konnten die Match-Übungen nur mit Kleinkaliber-Munition abgehalten werden.

 


 

Sportgeräte und Programme

In den ersten Jahren schossen die Matchschützen mit dem Ordonnanzgewehr (Karabiner) oder Privatgewehr (Stutzer) gemischt in einer Kategorie. Die Übungen bestanden nur aus einem Dreistellungs-Match zu je 20 Schuss liegend, kniend und stehend (man beachte die Reihenfolge). Da jedoch die Erfolge mangels guter Stehend-Passen ausfielen, wurde beschlossen, in Zukunft 10 Schuss liegend, 20 Schuss kniend und 30 Schuss stehend zu üben (1932-34). 

In der Folge hat sich in Sachen Gewehre und Programme im Matchverband vieles verändert, wie die folgende Chronik aufzeigt:

1932: Im OMSV wurde die Kategorie die Pistolen 50m geschaffen

1936: Gemäss Beschluss des Schützenrates wurde die Verwendung des Diopters und des amerikanischen Riemens gestattet

1960: Zuschlag für die Karabinerschützen, da immer noch in der selben Kategorie wie die Freigewehre

1964: Am Kantonalmatch wurde mit der Pistole erstmals das A- und B-Programm geschossen

1965: Erstmals Dez. Match 25m mit der Pistole und einige Oberländer schiessen den Dez. Match mit dem Sturmgewehr 57

1968: Jahresmeisterschaft in zwei Kategorien: Freigewehr und Armeegewehr

1969: Eidg. Schützenfest Thun, Ständematch Stgw 57: A5, 10 Schuss liegend ab Zweibeinstütze, 4x5 Schuss in je 30 Sekunden liegend, 10 Schuss liegend frei, 20 Schuss kniend

1971: Die Sturmgewehrschützen sind gemäss Vorstandsbeschluss ebenfalls Vollmitglieder des OMSV. Pistole 25m wird eine eigene Kategorie

1989: Erstmals schossen Schützen mit dem Sturmgewehr 90, jedoch noch gemischt mit dem Sturmgewehr 57

1992: Getrennte Kategorien der Stgw90 und 57 am Kantonalmatch

1994: Getrennte Kategorien der Stgw90 und 57 innerhalb der Jahresmeisterschaft OMSV

1996: Mit der Einführung des Standardgewehr wird eine neue Kategorie 2-Stellung geschaffen

2000: Am ESF in Bière wird unser Mitglied Ruth Maurer Schützenkönigin mit dem Stgw90

2004: Am Kantonalmatch wie auch Jahresmeisterschaft OMSV wurde die Disziplin Stgw90 und Karabiner zusammengelegt

2005: Am Ständematch dürfen erstmals Matchpatronen verwendet werden. Das Aufrüsten der Stgw57 wird zugelassen (Ordonnanz 03), zugleich wird das Jahresprogramm OMSV auf die Scheibe A10 geschossen

2008: Die Disziplin Stgw57 nach Ord 02+03 wird mit der Disziplin Stgw90/Kar zusammengelegt. Somit führt der OMSV im Bereich Gewehr die folgenden Jahresmeisterschaften:

- 3-Stellung Freigewehr/Standardgewehr

- 2-Stellung Standardgewehr

- 2-Stellung Ordonnanzgewehr

2009: Am Oberländermatch wird erstmals die Disziplin Liegendmatch Sport und Armeegewehr ausgetragen

2010: Als Versuch wird für die V und SV der Altersausgleich SSV, Freigewehr für die Disziplin Standardgewehr 2-Stellungen, durchgeführt. Am Schlussmatch wird zur Rangverkündigung Käsekuchen offeriert

2011: Der Altersausgleich SSV für V und SV wird definitiv angenommen, es wird dazu keine separate Rangliste erstellt. Im Anschluss an die HV wird Kaffee und Kuchen offeriert

2012: Versuchsweise wird die Disziplin Liegendmatch Sport und Ordonnanz durchgeführt

2013: Anpassung der Jahresmeisterschaft. 

Gewehr: Es zählen nun ein Supermatch, ein Pflichtresultat aus Oberländer- Dez. oder Schlussmatch, plus 3 Matchresultate

Pistole: Es zählen ein Pflichtresultat aus Oberländer- Dez. oder Schlussmatch, plus 3 Matchresultate

2014: Aufgrund der neuen ISSF-Regeln, wird der 3-Stellungsmatch über die Stellungen kniend, liegend, stehend abgehalten

2015: Es dürfen erstmals Stgw57 mit Matchläufen verwendet werden. Am ESF haben diese Gewehre gegenüber dem Stgw90 und dem Karabiner gute Erfolge. Der weitere Verbleib dieser Gewehre in der Ordonnanzkategorie wird in Frage gestellt

2017: Die Disziplin Pistole 50 A-Match wird aus dem Programm der Olympischen Spiele gestrichen. Finale werden nur noch bei ISSF-Disziplinen abgehalten

2019: Bei den Ordonnanzgewehren Stgw57 werden beim Liegendmatch zwei getrennte Disziplinen durchgeführt. Stgw57 ab 03 und Stgw57 vor 03 zusammen mit Stgw90 und Karabiner/Langgewehre. Dies aufgrund der nun sehr umfangreichen Möglichkeiten der Aufrüstung der Stgw57 ab 03.